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Berlin/Saarbrücken
Rücklagen der privaten Pflegeversicherung mehr als dreimal so hoch wie im sozialen System – Linke fordern Vereinheitlichung
00:15, 18. März 2017
Die Rücklagen der privaten Pflegeversicherung sind nach einem Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag-Ausgabe) mehr als dreimal so hoch wie in der sozialen Pflegeversicherung.
Eine Pflegekraft hält in einem Seniorenheim die Hand einer Bewohnerin.
Ende 2016 hatte die soziale Pflegeversicherung ein Finanzpolster von 9,34 Milliarden Euro, schreibt das Blatt unter Berufung auf Daten der Bundesregierung, die die Linken-Angeordnete Sabine Zimmermann angefordert hatte. Diese Rücklage entspricht 3,8 Monatsausgaben Dagegen verzeichnete die private Pflegeversicherung nach eigenen Angaben bereits Ende 2015 Reserven in Höhe von 31,04 Milliarden Euro. Gemessen am Umfang der zuletzt gewährten Leistungen könnte sie damit rein rechnerisch gut 30 Jahre lang die Ausgaben für die Pflege ihrer Versicherten decken. Für 2016 wird mit einem weiteren Anstieg der Reserven gerechnet.

„In der privaten Pflegeversicherung sind überwiegend junge, gut verdienende Versicherte, bei denen das Risiko, zum Pflegefall zu werden, deutlich geringer ist als bei den Versicherten in der sozialen Pflegeversicherung“, meinte Zimmermann. Damit gefährde das private System die langfristige Finanzierbarkeit der sozialen Pflegeversicherung, weil ihr Beiträge von Gutverdienern mit niedrigen Kostenrisiken entzogen würden. „Das Nebeneinander von sozialer und privater Pflegeversicherung muss beendet werden“, forderte Zimmermann.

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) wies den Vorstoß kategorisch zurück. „Anders als in der gesetzlichen Pflegeversicherung bauen die privat Pflegeversicherten von Anfang an mit eigenen, zusätzlichen Beitragsgeldern eine finanzielle Vorsorge für das Pflegerisiko im Alter auf“, erklärte ein Sprecher. Was die Linken forderten, sei eine „verfassungswidrige Enteignung“ der von neun Millionen Privatversicherten aufgebauten Vorsorge.




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