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Saarbrücken/Kirkel
Mordauftrag für Nachbarin? Freispruch für Steuerberater
16:40, 6. Februar 2017
Fast 13 Jahre nach einen angeblichen Mordauftrag hat das Landgericht einen Steuerberater freigesprochen.
Schriftzug am Landgericht (Symbolfoto)


 
Nach einem jahrzehntelangen Nachbarstreit in einer Wohnstraße in Kirkel hat das Landgericht Saarbrücken einen Steuerberater vom Vorwurf der versuchten Anstiftung zum Mord freigesprochen. Die Anklageschrift hatte dem mittlerweile 71 Jahre alten Mann vorgeworfen, dass er im März 2004 in seinem Büro einem Handwerker 50.000 Euro geboten habe, wenn der die Nachbarin umbringt. Aber der heute 63 Jahre alte Mann ging nicht darauf ein. Er hatte den angeblichen Vorfall erst 2009 angezeigt, nachdem er selbst mit seinem Ex-Steuerberater in Streit geraten war. Vor Gericht bestätigte der Handwerker als Zeuge seine ursprüngliche Erzählung und betonte: „Ich weiß nicht, ob er den Mordauftrag ernst gemeint hat oder nicht.“ Der Angeklagte wiederum wies sämtliche Vorwürfe von Anfang an als falsch zurück. Er betonte, dass es ein solches Gespräch nie gegeben habe. Er habe auch keinen Mordauftrag erteilt.

Fast 13 Jahre nach dem vermeintlichen Gespräch im Büro des Steuerberaters mit dem angeblichen Mordauftrag standen die fünf Richterinnen und Richter des Schwurgerichts vor einer schwierigen Aufgabe. Einerseits ging es um einen der schwersten Anklagevorwürfe, die das Gesetzbuch kennt. Andererseits war die Beweislage sehr dünn, die Anklage stützte sich letztlich nur auf die belastende Aussage des Handwerkers. So weit es vor diesem Hintergrund möglich war, machte sich das Gericht an die Aufklärung des Falles. Ergebnis: Fast 13 Jahre nach dem angeblichen Vorfall war unter dem Strich nicht mit Sicherheit festzustellen, ob und was der Angeklagte über seine Nachbarin gesagt hat oder nicht. Und ob das dann im Fall eines Falles damals ernst gemeint gewesen sein dürfte oder nicht, dass ließ sich erst recht nicht klären. Damit war der Vorwurf eines ernsthaften Mordauftrages nicht zu halten. Der Angeklagte wurde freigesprochen.
 
 
Wir haben hier bereits über den Fall berichtet: Wollte ein Steuerberater seine Nachbarin ermorden lassen? 
 




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