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Saarbrücken
Sieben Monate alte Nichte missbraucht: Saarländer wird weggesperrt
15:41, 25. Januar 2017
Ein 34-Jähriger Saarländer hat zugegeben, dass er seine sieben Monate alte Nichte mehrfach sexuell missbraucht hat. Bilder davon stellte er ins Internet. Jetzt wird der Mann auf Dauer in die forensische Psychiatrie für gefährliche Straftäter eingesperrt.
Ein Justizbeamte öffnet in einen Verhandlungssaal die Handschellen am Handgelenk eines Mannes.

Wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs seiner eigenen Nichte und dem Besitz von Kinderpornografie hat das Landgericht Saarbrücken einen Saarländer zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter stellten außerdem fest, dass der 34-Jährige seine Taten unter dem Einfluss einer schweren psychischen Störung verübt habe und als gefährlich einzustufen sei. Es bestehe Wiederholungsgefahr mit Blick auf andere Kinder. Deshalb ordnete das Gericht zum Schutz der Allgemeinheit die dauerhafte Unterbringung des Angeklagten in der forensischen Psychiatrie für gefährliche Straftäter an.

Die Ermittler waren dem 34-Jährigen durch eine Internetfahndung gegen Kinderpornografie auf die Spur gekommen. Dabei fanden sie zuerst bei einem anderen Mann kinderpornografische Bild- und Filmdateien sowie entsprechende Internet-Chats. Als diese ausgewertet wurden, stellte sich heraus, dass einer der Chat-Partner der Saarländer war. Einige der Dateien zeigten den Missbrauch seiner kleinen Nichte. Der 34-Jährige wurde daraufhin festgenommen und kam in Untersuchungshaft.

Bis zur Entdeckung seiner Taten hatte er offenbar ein Doppelleben geführt. Zu Hause und im Umfeld seiner Familie wirkte er als offener und verlässlicher Mann, der regelmäßig zur Arbeit ging. Tatsächlich aber, so eine psychiatrische Sachverständige, litt der Mann unter einer schweren Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen Zügen. Er fühlte sich missverstanden und nicht akzeptiert. Die so entstandene Lücke in seinem Selbstwertgefühl versuchte er mit Sex auszugleichen. Immer mehr und immer härteren Sex. Zuletzt arbeitete er nicht mehr, ging normal aus dem Haus und hatte mehrfach am Tag Sex mit verschiedenen Partnern.
Gleichzeitig war der Mann im Internet aktiv, wurde immer extremer. Aber die eigene Familie bemerkte davon nichts und hatte keine Bedenken die kleine Nichte mit dem Onkel und Patenonkel allein zu lassen. Der nutzte diese Situationen nach Feststellung der Richter insgesamt sechs Mal aus, steigerte dabei die Intensität der Übergriffe. Es begann mit Fotos in eindeutiger Pose als das Mädchen sieben Monate alt war und endete zwölf Monate später mit schwereren sexuellen Übergriffen.

Dann griff die Polizei zu. Dabei entdeckten die Beamten auch eine Reihe von weiteren Dateien, die den Missbrauch der Nichte im Detail zeigen. Einige hatte er per WhatsApp an andere Männer geschickt. Außerdem hatte er weitere Dateien mit übelstem kinderpornografischem Inhalt. Sie zeigten schwerste Übergriffe gegen andere Kinder. Über die entsprechenden Praktiken tauschte sich der Mann auch per Internet-Chat aus. Dazu die Richter: Sie hätten diese Chat-Protokolle ansehen und lesen müssen. Dort sei es in einer „widerwärtigen und menschenverachtenden Sprache“ um Gewaltfantasien gegangen, um das Quälen von Kindern bis zum Tod. Diese Protokolle mit den Aussagen des Angeklagten zu seinen sexuellen Gedanken zeige, wie schwer und wie gefährlich die psychische Störung des Angeklagten sei. Sie führe dazu, dass bei dem 34-Jährigen die generelle Gefahr weiterer Übergriffe gegen Kinder bestehe. Deshalb müsse er so lange eingesperrt werden, wie er gefährlich sei.
 
Wir haben hier bereits über den Prozess berichtet: Onkel soll seine Nichte missbraucht haben: War Sex-Sucht die Ursache?
 




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